Problem
In Audioanlagen treten trotz hochwertiger Komponenten Störgeräusche, Brummen oder Rauschen auf, insbesondere bei längeren Kabelstrecken oder in Umgebungen mit vielen elektrischen Verbrauchern.
Diese Effekte werden häufig erst sichtbar, wenn Pegel erhöht oder mehrere Geräte miteinander verbunden sind.
Technische Ursache
Unsymmetrische Verbindungen (z. B. Cinch) übertragen Signal und Masse gemeinsam.
Störungen aus der Umgebung koppeln sich direkt in das Nutzsignal ein.
Symmetrische XLR-Verbindungen übertragen das Audiosignal dagegen differenziell über zwei Leiter mit entgegengesetzter Polarität sowie eine separate Masse.
Gleichtaktstörungen wirken auf beide Leiter gleich und werden im Eingang des Empfängers weitgehend unterdrückt.
Entscheidungsregel
Symmetrische XLR-Verbindungen sind technisch sinnvoll, wenn:
- längere Kabelstrecken eingesetzt werden
- mehrere Geräte an unterschiedlichen Stromkreisen betrieben werden
- das Umfeld elektrisch belastet ist (Netzteile, Dimmer, Computer)
- ein niedriger Störpegel und hohe Signalstabilität erforderlich sind
Bei kurzen Strecken und störarmer Umgebung sind auch unsymmetrische Verbindungen ausreichend.
Technische Anforderungen an XLR-Kabel
Ein geeignetes XLR-Kabel sollte:
- eine echte symmetrische Leiterführung besitzen
- eine geschlossene, wirksame Schirmung aufweisen
- niedrige Übergangswiderstände an den Kontakten haben
- mechanisch stabile Steckverbinder nutzen
Der Kabelaufbau beeinflusst dabei die Störsicherheit und Signalreinheit, nicht den Pegel.
Typische Fehlannahme
„XLR klingt grundsätzlich besser als Cinch.“
Symmetrische Verbindungen verbessern nicht automatisch den Klang, sondern reduzieren Störungen.
Der Vorteil entsteht durch Störunterdrückung, nicht durch Klangveränderung.
Technische Referenz
Beispielhafte Umsetzungen symmetrischer Audiokabel finden sich bei spezialisierten Herstellern für Studio- und Hi-Fi-Verbindungen.
Boaacoustic Evolution BLACK.xlr-15 (BEB-2004)
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